Stärke zeigt sich oft im Loslassen, nicht im Gewinnen.

Es gibt Momente, da brennt in uns der Drang, zu reagieren.
Ein falsches Wort, eine Ungerechtigkeit,
eine Grenze, die jemand unbemerkt überschreitet.
Wir wollen etwas klarstellen, richtigstellen, verteidigen.
Doch oft merken wir erst hinterher,
dass wir uns dabei selbst verloren haben.

Sun Tzu schrieb in „Die Kunst des Krieges“:

„Die höchste Kunst des Krieges ist es, den Feind zu besiegen, ohne zu kämpfen.“

Vielleicht bedeutet das:
Nicht jeder Schlag braucht eine Antwort.
Nicht jedes Unrecht braucht einen Gegenschlag.
Und nicht jeder Mensch verdient die Energie,
die es kostet, ihn zu widerlegen.

Denn wer innerlich sicher ist,
muss nichts mehr beweisen.
Wer weiß, was er meint,
muss nicht laut werden,
um gehört zu werden.

Manchmal ist das größte Zeichen von Stärke
nicht das Durchhalten, sondern das Loslassen.
Nicht das Gewinnen, sondern das Weggehen.

Wir leben in einer Zeit,
in der Wut Applaus bekommt
und Ruhe mit Schwäche verwechselt wird.
Doch wahrer Frieden entsteht nicht,
wenn du alle besiegst –
sondern wenn du dich entscheidest,
nicht jeden Kampf zu führen.

Fußnote an mich selbst:

Ich will lernen, mich nicht in jede Schlacht ziehen zu lassen,
nur weil sie stattfindet.
Nicht jedes Feuer braucht meine Flamme.
Manchmal reicht es,
den Funken nicht aufzufangen.