Es gibt diese Tage, an denen man aufwacht und spürt, dass etwas nicht mehr passt. Nicht laut. Nicht dramatisch. Eher wie ein Hemd, das man jahrelang getragen hat – und plötzlich merkt man, dass es nicht mehr die eigene Größe hat.

Vielleicht ist es nicht die Welt, die neu werden muss. Vielleicht bist du es.

Manchmal bedeutet Neuanfang nicht, alles hinzuschmeißen. Manchmal bedeutet es, das alte Ich leise zu verabschieden.

Die Version von dir, die klein geblieben ist, obwohl sie größer hätte denken dürfen. Die Version, die sich angepasst hat, obwohl sie längst wusste, dass sie mehr kann.

Und ja, es fühlt sich an wie Feuer.

Altes Denken verbrennt nicht ohne Schmerz. Alte Zweifel lösen sich nicht ohne Widerstand. Es knistert, es kracht, es sprüht Funken.

Die Leute, die dich kannten, werden irritiert sein. Sie mochten dich berechenbar. Sie mochten dich vorsichtig. Sie mochten dich am Boden, weil man jemanden am Boden nicht fürchten muss.

Aber sie wissen nicht, vor wem sie da stehen.

Du weißt es vielleicht selbst noch nicht ganz. Aber da ist etwas in dir, das sich weigert, aufzugeben: ein Rest Trotz. Ein Rest Mut. Ein Rest dieser kindlichen Stimme, die sagt: „Warum eigentlich nicht ich?“

Und genau dort beginnt alles. Nicht mit Applaus. Nicht mit Sicherheit. Sondern mit einem Atemzug.

Tief einatmen. Rausgehen. Trotz zitternder Hände.

Es wird Momente geben, in denen Aufgeben verlockend wirkt. Weil es leise ist. Weil es bequem ist. Weil niemand dich dafür verurteilt, müde zu sein.

Aber Aufgeben ist kein Frieden. Es ist nur Stillstand mit schönem Namen.

Weitergehen dagegen ist laut. Weitergehen tut weh. Weitergehen heißt, auch nach dem tausendsten Schlag nicht auseinanderzufallen. Nicht, weil du unzerstörbar bist. Sondern weil du entschieden hast, dass dein Traum wichtiger ist als deine Angst.

Man fängt nicht immer bei null an, wenn man fällt. Man fängt mit Erfahrung an. Mit Narben. Mit Wissen darüber, was nicht funktioniert hat.

Das ist kein Rückschritt. Das ist Fundament.

Vielleicht weißt du heute nicht, wie es weitergeht. Vielleicht wirkt alles verschwommen. Aber wenn alles unklar ist, bleibt nur eine Frage:

Glaubst du an dich – auch wenn es sonst keiner tut?

Denn manchmal reicht das. Manchmal reicht dieser eine Gedanke, um durch den Funkenregen zu gehen, ohne stehen zu bleiben. Nicht sprinten. Nicht perfekt sein. Nur Schritt für Schritt.

Und irgendwann, zwischen Asche und Licht, merkst du: Du bist nicht verbrannt. Du bist gehärtet worden.

Und der Vorhang? Der geht nicht für dein Scheitern auf. Er geht auf für deine Geschichte.

Gib nicht auf