Eine kleine Routine, die mir an schweren Tagen hilft
Content Note: In diesem Text geht es um innere Erschöpfung, Einsamkeit und Stress.
Die Szene
Es gibt gute Tage.
Es gibt schlechte Tage.
Im Moment sind es eher die zweiten.
Nicht laut, nicht dramatisch – eher dieses leise Ziehen im Inneren, das bleibt, auch wenn der Alltag weiterläuft. Fast vier Jahre lang schon gibt es da eine Stille, die man nicht erklären muss, weil sie sich von selbst erklärt, wenn man abends die Tür hinter sich schließt.
Also passiert etwas anderes.
Schrauben.
Sensoren.
Einsen und Nullen.
Dinge, die reagieren, wenn man sie berührt.
Dinge, die ehrlich sind. Entweder sie funktionieren – oder sie tun es nicht. Keine Ausreden, kein Schweigen.
Warum ich das schreibe
Manchmal läuft nichts dort, wo eigentlich Nähe sein sollte.
Und irgendwann merkt man: Das zermürbt. Leise, aber konstant.
Ich schreibe das nicht, um Mitleid zu erzeugen.
Ich schreibe es, weil Technik für mich in diesen Phasen kein Hobby ist, sondern ein Halt. Eine kleine Routine, die mir Struktur gibt, wenn emotional gerade nichts greift.
Dieser Text ist keine Anleitung.
Er ist eine Beobachtung.
Einsicht 1: Dinge, die antworten
Wenn Menschen fehlen oder unerreichbar sind, halte ich mich an Systeme, die antworten.
Ein Sensor, der ein Signal liefert.
Ein Programm, das exakt das tut, was man ihm sagt – oder gnadenlos scheitert.
Das klingt kalt.
Ist es aber nicht.
Es ist verlässlich.
Warum mir das hilft:
Weil Verlässlichkeit beruhigt. Weil mein Kopf beschäftigt ist. Weil ich nicht interpretieren muss, was gemeint sein könnte.
Einsicht 2: Beschäftigung statt Betäubung
Ich flüchte nicht.
Ich beschäftige mich.
Es ist ein Unterschied, ob man sich betäubt – oder ob man etwas baut.
Ob man Zeit verliert – oder sie strukturiert.
Schrauben sortieren.
Schaltpläne verstehen.
Fehler suchen.
Das sind keine großen Erfolge.
Aber es sind echte.
Einsicht 3: Attraktive Menschen, ungünstige Zeitpunkte
Es gibt attraktive Menschen.
Viele sogar.
Nur scheinen sie gerade immer entweder krank zu sein
oder im Dauerstress.
Das ist niemandes Schuld.
Aber es ist frustrierend.
Also lerne ich, nicht alles auf einmal lösen zu wollen. Nicht Beziehung, Sinn und Stabilität gleichzeitig. Sondern erst einmal den Teil, den ich beeinflussen kann: meinen Fokus.
Einsicht 4: Kleine Routinen schlagen große Hoffnungen
Ich habe aufgehört, auf den einen Wendepunkt zu warten.
Stattdessen baue ich mir kleine, wiederholbare Momente:
- Etwas reparieren
- Etwas messen
- Etwas zum Laufen bringen
Nicht, weil es alles besser macht.
Sondern weil es mich durch den Tag trägt.
Sanfte Einladung (keine Heilsversprechen)
Wenn bei dir gerade auch Dinge still sind, die eigentlich lebendig sein sollten, dann such dir etwas, das reagiert.
Nicht als Ersatz.
Sondern als Brücke.
Etwas, das kleiner ist als dein Widerstand.
Ressourcen & Hinweise
Dieser Blog ersetzt keine Therapie und bietet keine Diagnosen.
Er beschreibt persönliche Erfahrungen.
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Fußnote an mich selbst
Manches bleibt lange still.
Zu lange.
Und ganz ehrlich:
Das WG-Leben geht mir auf den Sack.