Es gibt diese stille Erkenntnis, die man nicht laut ausspricht:

Ich bin nicht wie ihr.

Nicht besser. Nicht schlechter. Nur anders. Und das hat lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass anders kein Defekt ist.

Wir sind aufgewachsen in einer Welt, die Etiketten liebt. Schubladen. Normen. „So macht man das.“ „So gehört sich das.“ Und irgendwo dazwischen stand ich – mit meinen Gedanken, meinen Projekten, meinen Umwegen, meinem Trotz.

In einem Land aus Lärm und Meinung. Aus Schlagzeilen und schnellen Urteilen. Aus Königen ohne Krone und Königinnen ohne Verantwortung.

Und ich habe gewartet. Nicht auf Erlaubnis. Auf den Funken.

Denn es gibt Menschen, die fühlen sich im Licht nicht gesehen. Sie wirken dort fehl am Platz. Zu ernst. Zu tief. Zu unbequem. Aber in der Dunkelheit – da beginnen sie zu leuchten.

Kinder der Dunkelheit sind keine Zerstörer. Sie sind Beobachter. Sie sind die, die nachts denken, während andere schlafen. Die hinterfragen, während andere feiern. Die bauen, während andere reden.

Wir sind nicht wie ihr.

Nicht, weil wir euch hassen. Sondern weil wir nicht bereit sind, uns kleiner zu machen, damit ihr euch größer fühlt.

Ihr feiert eure Regeln. Eure Hierarchien. Eure Machtspiele. Wir setzen ein Ausrufezeichen. Still. Aber unübersehbar.

Veränderung ist kein Spaziergang. Sie ist eine Wand in Bewegung. Ein Ruck im System. Ein unbequemes Gefühl im Raum.

Und ja – wir sind nicht ruhig. Wir drehen uns. Wir denken. Wir hinterfragen. Wir brechen Muster. Nicht aus Chaos. Aus Bewusstsein.

Man erkennt uns nicht sofort. Wir tragen keine Uniform. Kein Banner. Keine Parolen. Wir tragen Haltung.

Wir sind wahr. Wir sind frei. Und wir gehören nicht in eure Schablonen. Vielleicht versteht ihr das nicht. Vielleicht müsst ihr es auch nicht.

Aber wenn irgendwann etwas kippt. Wenn etwas Neues beginnt. Wenn ein Umdenken passiert. Dann werden wir nicht überrascht sein.

Denn wir waren schon immer da. Wir sind die, die anders dachten. Anders fühlten. Anders gingen.

Wir sind die Kinder der Dunkelheit.

Und wir haben gelernt, im Schatten stark zu werden.