Man darf andere Probleme liegen lassen – ohne herzlos zu sein.

Es beginnt oft mit einem Satz wie:
„Kannst du mal kurz?“
oder
„Ich weiß, du hast ein gutes Herz.“

Und ehe du dich versiehst, stehst du wieder mitten im Rauch.
Nicht, weil du das Feuer gelegt hast –
sondern, weil du das Gefühl hast, löschen zu müssen.

Es ist diese subtile Schuld, die viele von uns antreibt:
die Angst, als egoistisch zu gelten,
wenn wir nicht sofort springen,
nicht sofort helfen,
nicht sofort reparieren.

Wir verwechseln Empathie mit Verantwortung.
Und vergessen, dass Mitgefühl nicht heißt,
das eigene Leben ständig unter Wasser zu setzen,
nur damit jemand anderes kurz durchatmen kann.

Nicht jedes Feuer braucht dich als Feuerwehr.
Manchmal darfst du einfach zusehen,
wie jemand lernt, sein eigenes Feuer zu verstehen.

Manchmal braucht der andere keine Rettung,
sondern Raum.
Manchmal ist das mutigste Helfen
das, was du nicht tust.

Es gibt eine Form von Liebe,
die nicht löscht, sondern aushält.
Die nicht rettet, sondern vertraut.
Die nicht rennt, sondern bleibt –
bei sich.

Wenn du jedes fremde Feuer löscht,
verlernst du, dein eigenes Licht zu hüten.

Fußnote an mich selbst:

Ich bin nicht kalt, wenn ich aufhöre, alles zu retten.
Ich bin endlich ehrlich.
Und ehrlich sein –
brennt manchmal länger,
aber wärmer.