Manchmal sitzt man vor einer Tür,
und weiß, dass sie gleich zugehen wird.
Nicht, weil man will,
sondern weil man nicht mehr anders kann.

Entscheidungen werden gern in richtig und falsch geteilt.
Doch das ist eine Illusion.
Die Wahrheit ist:
Manche Entscheidungen tun einfach nur weh – egal, wie richtig sie sind.

Ich habe gelernt, dass Entscheidungen selten im Kopf entstehen.
Sie beginnen tiefer – dort, wo Müdigkeit wohnt.
Wo man alles hundertmal versucht hat,
und der Gedanke „vielleicht wird es diesmal anders“
schon brüchig klingt.

Da entsteht dieser Moment,
in dem man nicht mehr kämpft,
nicht mehr bittet,
sondern einfach leise sagt: „Es reicht.“

Vielleicht ist das kein Ende.
Vielleicht ist es die letzte Form von Ehrlichkeit.

Denn manchmal entscheidet man sich nicht gegen einen Menschen,
sondern für den eigenen Frieden.
Man stellt keine Koffer vor die Tür – man stellt den Schmerz ab,
den er immer wieder hereingetragen hat.

Und plötzlich ist Stille.
Eine Stille, die alles fragt,
was man nie wissen wollte:
War es richtig?
War es zu hart?
Hätte ich mehr Geduld haben müssen?

Aber was, wenn „richtig“ gar nicht das Ziel ist?
Was, wenn es in Wahrheit darum geht,
endlich wieder atmen zu können?

Wir verwechseln Liebe oft mit Aushalten.
Doch Liebe, die ständig Schmerz verlangt,
ist keine Liebe mehr – sie ist eine Prüfung,
die niemand bestehen kann.

Und so sitze ich da,
zwischen Gewissen und Gewohnheit,
und merke:
Entscheidungen sind kein Sieg.
Sie sind ein Verlust,
den man in Würde tragen muss.

Ich habe mich entschieden,
nicht, weil ich wollte,
sondern weil Weiter-So
mich krank gemacht hätte.
Und auch wenn niemand jubelt,
wenn niemand sagt: „Das war mutig“,
weiß ich:
Diese Ruhe, die jetzt bleibt,
ist der Beweis, dass es notwendig war.

Vielleicht gibt es kein richtig oder falsch.
Vielleicht gibt es nur noch aushalten
oder endlich leben.

Und irgendwann,
wenn der Schmerz kleiner wird
und die Stille nicht mehr droht,
wird man verstehen:
Es war kein Ende aus Härte.
Es war der Anfang von Frieden.