Neu hier? Hier anfangen.

Marcus Dziersan

Nachdenkliche Texte über Wahrnehmung, Menschlichkeit und das Unausgesprochene. Ein stiller Ort für Gedanken, die keinen Zweck erfüllen müssen.

Geschichten statt Kategorien Vatersein Menschen Gesellschaft Das Leben dazwischen

Darf ich noch selber denken?

Oder muss ich mich irgendwann dem digitalen Gehirn unterwerfen?

Es gibt Dinge, bei denen merkt man erst spät, wie sehr sie sich verändert haben. Nicht, weil plötzlich jemand einen Schalter umlegt. Nicht, weil morgens jemand vor der Tür steht und sagt: „Ab heute denkst du bitte nicht mehr selbst.“ So funktioniert das natürlich nicht. Es passiert langsam. Bequem. Praktisch. Schritt für Schritt.

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Gegen den Baukasten im Kopf

Es beginnt meistens mit einem kleinen Problem.

Nicht mit einem großen Drama.
Nicht mit einem brennenden Server.
Nicht mit einem Projekt, das schon beim Start aussieht wie ein Unfallbericht.

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Warum Wetter-Apps manchmal wie Horoskope wirken

Es beginnt meistens unter einer Warnung. Ein Wetterdienst schreibt: Gewitter möglich. Starkregen möglich. Sturmböen möglich. Lokal Hagel nicht ausgeschlossen. Und kaum steht dieser Satz da, erscheinen die ersten Kommentare. „Ausgedachter Müll.“ „Kommt eh nichts.“ „Schon wieder Panikmache.“ „Bei mir scheint die Sonne.“ „Die können ja nicht mal das Wetter von gestern vorhersagen.“

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Datenschutz: notwendig – oder nur laut geworden?

Im Jahr 2000 war das Internet ein Wohnzimmer mit offener Tür. Wir haben Gästebücher gefüllt, bunte Blink-GIFs geliebt und Fotos ohne Metadaten hochgeladen. Niemand sprach von „Profiling“, weil es noch kaum Profile gab. Es war chaotisch, unhöflich und oft unbeholfen – aber überschaubar.
Heute ist das Netz eine Stadt mit Hochhäusern, Kameras, Fahrstühlen, die wissen, wohin wir wollen, bevor wir den Knopf drücken. Nicht, weil es Magie ist, sondern weil Daten längst zur Infrastruktur gehören.

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