Neu hier? Hier anfangen.

Marcus Dziersan

Nachdenkliche Texte über Wahrnehmung, Menschlichkeit und das Unausgesprochene. Ein stiller Ort für Gedanken, die keinen Zweck erfüllen müssen.

Geschichten statt Kategorien Vatersein Menschen Gesellschaft Das Leben dazwischen

Die Dämonen, die keinen Namen tragen

Es gibt Dämonen, die kommen nicht nachts aus dunklen Ecken. Sie tragen keine Hörner, kratzen nicht an Türen und stehen nicht am Fußende des Bettes. Manche Dämonen sitzen viel näher. Im Kopf. In der Brust. Zwischen zwei Gedanken. In der Sekunde, bevor man antwortet. In dem Moment, in dem ein Kind schreit. In der Minute, bevor man etwas erklären soll, das man eigentlich verstanden hat. Sie kommen nicht mit Feuer. Sie kommen mit Fragen. Und manchmal sind Fragen schlimmer als Feuer.

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Die andere Seite der Wand

Entstanden ist dieser Text mit einer alten Arbeitskollegin. Sie hat beide Seiten kennengelernt.

Die eine: Sie selbst hat sich geritzt. Jahrelang. Die Narben an ihren Armen sind ein Alphabet, das sie mir irgendwann erklärt hat – nicht mit Worten, sondern mit der Stille zwischen den Sätzen.

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Feigheit ist keine Antwort:

Es gibt Fragen, die fast niemand laut stellt. Und wenn sie gestellt werden, dann meistens mit einer Antwort, die schon feststeht, bevor die Fragen zu Ende sind.

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Die Sache mit der Dunkelheit

Es gibt Menschen, bei denen merkt man erst einmal gar nichts.

Sie stehen morgens auf. Sie gehen arbeiten. Sie kaufen ein. Sie antworten auf Nachrichten. Sie lachen, wenn etwas lustig ist.

Von außen läuft alles.

Und trotzdem gibt es Tage, an denen irgendetwas anders ist.

Nicht unbedingt sichtbar. Nicht dramatisch. Kein Zusammenbruch, keine große Szene.

Eher wie eine Wetterlage, die sich über einen Menschen legt.

Es ist einfach dunkler als sonst.

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Wenn Ablenkung kippt

Ablenkung hat einen guten Ruf, weil sie sofort wirkt.

Man kennt das: Der Kopf ist voll, der Tag hat Kanten, innen zieht etwas. Und dann reicht ein kleiner Griff – ans Handy, an den nächsten Tab, an irgendein Video, an „nur kurz“ irgendwas – und für ein paar Minuten wird es leichter. Nicht gelöst. Aber leiser.

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