Manchmal frage ich mich, ob ich in einer Sprache schreibe, die nicht alle verstehen. Nicht im wörtlichen Sinne. Aber im Sinne von: Steht da etwas, das so anders aussieht, dass Menschen sofort urteilen, statt zu lesen?
Feigheit ist keine Antwort:
Es gibt Fragen, die fast niemand laut stellt. Und wenn sie gestellt werden, dann meistens mit einer Antwort, die schon feststeht, bevor die Fragen zu Ende sind.
Die Sache mit der Dunkelheit
Es gibt Menschen, bei denen merkt man erst einmal gar nichts.
Sie stehen morgens auf. Sie gehen arbeiten. Sie kaufen ein. Sie antworten auf Nachrichten. Sie lachen, wenn etwas lustig ist.
Von außen läuft alles.
Und trotzdem gibt es Tage, an denen irgendetwas anders ist.
Nicht unbedingt sichtbar. Nicht dramatisch. Kein Zusammenbruch, keine große Szene.
Eher wie eine Wetterlage, die sich über einen Menschen legt.
Es ist einfach dunkler als sonst.
Pimpern kann jeder. Bleiben nur wenige.
Es beginnt mit Leichtigkeit.
Ein Lächeln hier. Ein Drink da. Ein „Du bist anders“ irgendwann nach Mitternacht. Es geht schnell. Es geht einfach. Keiner fragt nach morgen. Keiner fragt nach Konsequenzen. Es geht um den Moment.
Der Tag, an dem Väter verschwinden (mit Nachtrag)
Dieser Text ist letztes Jahr im Mai entstanden, ich habe Ihn nie veröffentlicht, da wir aber bald wieder an diesem Tag sind gebe ich den Text frei, mit Nachtrag aus heutiger Sicht – Vielleicht findet er ja jemanden.
Der Mann, der blieb
Er saß im Sand, die Hände voller Förmchen, als wäre dies, das Normalste der Welt. Zwei Kinder um ihn herum, eines lachend, das andere mit diesem ernsten Blick, den nur Kinder haben, wenn sie etwas wirklich wichtig finden.
Die Adresse, die kein Zuhause ist
Ich wohne in einem Land. In einem Bundesland. In einer Stadt. In einem Ortsteil. In einer Straße. In einem Haus. In einer Wohnung.
Ich könnte es dir genau sagen. Postleitzahl. Stockwerk. Türklingel mit meinem Namen drauf. Alles da. Alles richtig.
Glas halb voll oder halb leer?
Content Note:Dieser Text befasst sich mit der Diskrepanz zwischen Realität und Wahrnehmung und zeigt, warum „Leere“ oft nur ein Denkfehler ist.
Es gibt diese alte Frage, die sich hartnäckig hält, als wäre sie ein Prüfstein für den Charakter eines Menschen:
Ist das Glas halb voll oder halb leer?
Zwischen zwei Haltestellen
Ich sitze im Bus auf dem Weg nach Hause. Ein ganz normaler Abend, eigentlich.
Menschen steigen ein, andere aus. Jacken rascheln, irgendwo klingelt ein Handy, draußen zieht die Stadt in Scheiben vorbei.
Ein BH ist kein Tabu. Ein Herzstillstand schon.
Über Herzstillstand, Stofffetzen und die Absurdität der Diskussion