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Marcus Dziersan

Nachdenkliche Texte über Wahrnehmung, Menschlichkeit und das Unausgesprochene. Ein stiller Ort für Gedanken, die keinen Zweck erfüllen müssen.

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Die Dämonen, die keinen Namen tragen

Es gibt Dämonen, die kommen nicht nachts aus dunklen Ecken. Sie tragen keine Hörner, kratzen nicht an Türen und stehen nicht am Fußende des Bettes. Manche Dämonen sitzen viel näher. Im Kopf. In der Brust. Zwischen zwei Gedanken. In der Sekunde, bevor man antwortet. In dem Moment, in dem ein Kind schreit. In der Minute, bevor man etwas erklären soll, das man eigentlich verstanden hat. Sie kommen nicht mit Feuer. Sie kommen mit Fragen. Und manchmal sind Fragen schlimmer als Feuer.

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Wer bist du, wenn niemand zusieht?

Stell dir vor, du stehst eines Tages nicht vor einem Spiegel, sondern vor dir selbst.

Nicht vor deinem Gesicht, nicht vor deinem Namen, nicht vor deiner Kleidung, deinem Beruf, deiner Familie, deiner Meinung oder dem Bild, das andere von dir haben. Sondern vor dem Menschen darunter. Vor dem, der übrig bleibt, wenn keiner klatscht, wenn keiner fragt, wenn keiner etwas von dir erwartet und wenn du einmal nicht funktionieren, gefallen, beweisen oder erklären musst.

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Warum hier gerade so viel halb wächst

Manchmal sieht es von außen aus, als würde nichts passieren.

Eine Seite ist im Wartungsmodus.
Eine andere wirkt unfertig.
Ein Projekt hat schon ein Logo, aber noch keine richtige Seele.
Ein anderes hat Texte, aber noch keine klare Ordnung.
Manches ist erreichbar, manches nicht.
Manches steht da wie eine Baustelle mit hübschem Schild und fehlender Treppe.

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Gegen den Baukasten im Kopf

Es beginnt meistens mit einem kleinen Problem.

Nicht mit einem großen Drama.
Nicht mit einem brennenden Server.
Nicht mit einem Projekt, das schon beim Start aussieht wie ein Unfallbericht.

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Warum Wetter-Apps manchmal wie Horoskope wirken

Es beginnt meistens unter einer Warnung. Ein Wetterdienst schreibt: Gewitter möglich. Starkregen möglich. Sturmböen möglich. Lokal Hagel nicht ausgeschlossen. Und kaum steht dieser Satz da, erscheinen die ersten Kommentare. „Ausgedachter Müll.“ „Kommt eh nichts.“ „Schon wieder Panikmache.“ „Bei mir scheint die Sonne.“ „Die können ja nicht mal das Wetter von gestern vorhersagen.“

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Die andere Seite der Wand

Entstanden ist dieser Text mit einer alten Arbeitskollegin. Sie hat beide Seiten kennengelernt.

Die eine: Sie selbst hat sich geritzt. Jahrelang. Die Narben an ihren Armen sind ein Alphabet, das sie mir irgendwann erklärt hat – nicht mit Worten, sondern mit der Stille zwischen den Sätzen.

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Kommentarspalten

Es beginnt harmlos.
Ein Beitrag, irgendetwas Alltägliches. Vielleicht ein Video, vielleicht eine Nachricht.
Ein paar sachliche Kommentare. Zustimmung. Widerspruch.

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